Zweiphasiges Konzept zum Okklusionsausgleich durch Unterkiefer-Okklusionsschienen

Zweiphasiges Konzept zum Okklusionsausgleich durch Unterkiefer-Okklusionsschienen

In der Therapie der kraniomandibulären Dysfunktion (CMD) kann die Rekonstruktion der statischen und dynamischen Okklusion von entscheidender Bedeutung für den Behandlungserfolg sein. Im Einzelfall ist dabei eine enge Zusammenarbeit zwischen der Zahnmedizin, Orthopädie und manuellen Medizin notwendig. Der Zahnarzt soll die Okklusion den Änderungen der Ober- und Unterkieferrelation anpassen, die sich aus einer Normalisierung der Muskelfunktion und einer verbesserten Körper- und Kopfhaltung ergeben. Das primäre therapeutische Mittel ist eine spezielle Okklusionsschiene, die herausnehmbare kraniomandibuläre, orthopädische Positionierungs- Apparatur (COPA). Durch eine reversible Korrektur der Okklusion kann sie pathologische Wirkungen im Sinne absteigender Störungen der Kiefergelenkdysfunktion aufheben. Nach Abschluss der interdisziplinären Behandlung kann eine weiterführende kieferorthopädische und/oder restaurative Therapie notwendig werden, sofern sich im Rahmen der Behandlung die Kiefergelenkposition verändert hat, um dann eine stabile, interferenzfreie Okklusion dauerhaft zu sichern. Sofern mit der Okklusionsschie- ne eine Infraokklusion klinisch erfolgreich ausgeglichen wurde und weiter Behandlungsbedarf besteht, wird im Beitrag die Überführung der herausnehmbaren Okklusionsschiene in fest aufklebbare okklusale Schienenelemente als eine Möglichkeit der Übertragung der Schienenposition unter Wahrung der erreichten therapeutischen Kiefergelenkposition vorgestellt. Auf diese Weise lässt sich die vorgesehene therapeutische Okklusion vor weiterführenden irreversiblen okklusalen Maßnahmen simulieren, um bestmöglichen Aufschluss über die Wirksamkeit der therapeutischen Okklusion sowohl im subjektiven Patientenempfinden als auch in der interdisziplinären Funktionsdiagnostik zu erhalten.

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