Diagnostik und Therapie der temporomandibulären Dysfunktion (TMD)

Diagnostik und Therapie der temporomandibulären Dysfunktion (TMD). Verkettung mit dem muskuloskeletalen System

Zusammenfassung
Patienten mit einer temporomandibulären Dysfunktion (TMD) weisen häufig eine Verkettungsproblematik mit dem muskuloskeletalen System (MSS) auf. Bleiben solche Verkettungen in der Kompensationsphase längere Zeit unentdeckt und unbehandelt, entwickeln sich dekompensierte Formen, die Funktionsstörungen nicht nur im kraniomandibulären System (CMS), sondern nach und nach im gesamten MSS nach sich ziehen können. Deshalb ist es notwendig, die gezielte Untersuchung des MSS in die zahnärztliche Funktionsdiagnostik einzubeziehen.

Mithilfe der manuellen Tests nach Marx und der Veränderung der Propriozeption der Kiefergelenke lässt sich recht sicher erkennen, ob eine Verkettung vorliegt und ggf. die Okklusion an muskuloskeletalen Störungen beteiligt ist. Diese Tests bilden gleichzeitig die Basis für die Kommunikation in der interdisziplinären Diagnostik und Therapie zwischen manueller Medizin und Zahnheilkunde. Der Untersuchungsablauf wird am Priener Abduktionstest und in Form eines Flowcharts dargelegt. Bewährte Möglichkeiten der Dokumentation und der Integration in den interdisziplinären Workflow werden aufgezeigt. Die interdisziplinäre TMD-Behandlung wird an einem Patientenbeispiel erläutert.

 

stomatologie 2013 · 110:41–50 DOI 10.1007/s00715-013-0289-y
© Springer-Verlag Wien 2013
W. Boisserée, W. Schupp, L. Runkel, J. Haubrich, I. Säckler


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